Ein Gemeinschaftsprojekt: Neue Nisthilfen an Strommasten fördern die Artenvielfalt im Wolfsburger Wald

Im Wald der Niedersächsischen Landesforsten wird bereits die Brutsaison der Greifvögel vorbereitet: Auf Initiative der Landesforsten hin und mit beratender Unterstützung durch den Naturschutzbeauftragten der Stadt Wolfsburg, Michael Kühn, dem NABU Wolfsburg sowie Günter Brombach, Projektgruppe Wanderfalkenschutz Niedersachsen, hat die LSW Netz GmbH & Co. KG (LSW) Nisthilfen gebaut und jetzt an einigen Hochspannungsmasten montiert.

Stadtförster Dirk Schäfer, der in Wolfsburg auch für Waldgebiete der Niedersächsischen Landesforsten zuständig ist, erläutert: "Nisthilfen auf Strommasten haben sich als wichtige Maßnahme zur nachhaltigen Förderung gerade auch bedrohter Greifvogelpopulationen erwiesen. Durch ihre erhöhte Position bieten sie diesen Arten die Möglichkeit, weitgehend geschützt ihre Nester anzulegen. Auf diese Weise sollen Wander- und Baumfalken demnächst ein neues Zuhause finden. Und wer weiß, welche Arten noch Gefallen an den Bruthilfen finden. Zudem haben wir im Vorfeld gemeinsam mit der LSW die Flächen im Umfeld der Bruthilfen als offene Strauch-/Wiesenlandschaft mit hohem Wert für die ökologische Vielfalt gestaltet."

"In vielen Regionen fehlen gerade auch diesen Arten natürliche Nistmöglichkeiten durch Lebensraumverlust und menschliche Aktivitäten", stellt Michael Kühn fest und unterstreicht: "Das Umfeld der Strommasten ist sehr gut für ihre Ansiedlung geeignet. Wir haben hier eine strukturreiche Strauch- und Wiesenlandschaft, die Greifvögeln einen sehr guten Lebensraum mit ausreichend Nahrung und Schutz bietet. Da die Montage und die Herstellung der Nisthilfen ein nicht unwesentlicher Aufwand für die LSW ist, möchte sich der NABU ganz herzlich für das Artenschutz-Engagement der LSW bedanken. Unser Dank geht auch an die Niedersächsischen Landesforsten für die Unterstützung dieses Projektes.“

Die LSW engagiert sich seit Jahren für nachhaltigen Klima- und Artenschutz in der Region. Daher unterstützt der Netzbetreiber auch das Gemeinschaftsprojekt. Dafür haben Mitarbeiter nach Anleitung vom NABU zunächst einmal zwei robuste Nistkästen und zwei große, offene Nester als Plattformen hergestellt, auf denen die Vögel ihre Nester aufschichten können. „Für die anschließende Montage sind im Vorfeld genaue Absprachen und Planungen erforderlich“, ergänzt Jannis Schulze, Teamleiter Stromverteilungsnetze Süd. „Am Tag der Arbeiten müssen wir dann die Leitungstrasse, die wir gemeinsam für das Projekt ausgewählt haben, vom Netz trennen, um sicher an den Freileitungsmasten arbeiten zu können.“

Dann können an jeweils einem Mast die Nistkästen in etwa 17 Metern Höhe, die offenen Nester ein paar Meter weiter unterhalb montiert werden. Für diese Arbeiten in luftiger Höhe ist der Baumprofi Melhaff aus Tiddische mit einem Hubsteiger vor Ort. Für die sichere Installation schließlich sorgen spezialisierte LSW-Monteure. Nach den aufwendigen Arbeiten kann die Trasse wieder in Betrieb genommen werden, und das neue Zuhause ist bezugsfertig.